Birte Glißmann
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Hier beginnt die Gesundheitsversorgung von morgen

Oberbürgermeister Erik Sachse und Landtagsabgeordnete Birte Glißmann besuchen das Bildungszentrum der Regio Kliniken

Welche Ausbildung braucht die Gesundheitsversorgung von morgen im Kreis Pinneberg? Und welche Rolle spielt das Bildungszentrum der Regio Kliniken dabei für die gesamte Region und die Stadt Elmshorn? Darüber haben sich Elmshorns Oberbürgermeister Erik Sachse und die Landtagsabgeordnete Birte Glißmann bei einem Besuch informiert.

Im Gespräch mit Regio-Geschäftsführerin Regina Hein, Nicole Molzen, Leiterin Pflege und Klinische Prozesse, und Melanie Tulke, Leiterin des Bildungszentrums, ging es um Ausbildung, Fachkräftesicherung und die personelle Sicherstellung der künftigen Gesundheitsversorgung.  Denn die Regio Kliniken sind nicht nur einer der größten Arbeitgeber der Region, sondern auch einer ihrer wichtigsten Ausbildungsorte für Gesundheitsberufe.

Ausbildung wächst - 75 Neueinsteiger allein im August

Wie erfolgreich dieser Weg ist, zeigt ein neuer Rekord: Zum 1.August 2026 haben 75 junge Menschen ihre Ausbildung im Bildungszentrum begonnen, so viele wie noch nie zu einem Sommerstart. Angeboten werden die Ausbildungswege Pflegefachfrau und Pflegefachmann, Krankenpflegehilfe, Operationstechnische Assistenz sowie Anästhesietechnische Assistenz. Darüber hinaus ist das Bildungszentrum ein wichtiger Ort für Fort- und Weiterbildung.

Auch die ärztliche Nachwuchsförderung gehört dazu: Als akademisches Lehrkrankenhaus des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf bilden die Regio Kliniken Medizinstudierende im Praktischen Jahr aus und verfügen in verschiedenen Fachgebieten über Weiterbildungsermächtigungen für angehende Fachärztinnen und Fachärzte.

„Wer über die Gesundheitsversorgung von morgen spricht, muss über die Menschen sprechen, die sie leisten werden. Genau deshalb hat Ausbildung für uns einen so hohen Stellenwert“, sagt Regina Hein. „Wir wollen jungen Menschen einen guten Einstieg in einen Gesundheitsberuf ermöglichen und ihnen langfristige berufliche Perspektiven in unserer Region bieten. Dabei ist es uns auch wichtig, den Bedarf an Fachkräften unserer ambulanten Partner wie Arztpraxen, stationäre und ambulante Pflege mit im Blick zu behalten.“

Mehr als Unterricht: begleiten, fördern, etwas zutrauen

Beim Rundgang erhielten Sachse und Glißmann Einblick in ein Ausbildungskonzept, das weit über klassischen Unterricht hinausgeht. Theorie und Praxis sind eng verzahnt. Die Auszubildenden lernen auf einer eigenen Ausbildungsstation, sammeln gezielt Erfahrungen auf Intensivstation und in der Zentralen Notaufnahme oder übernehmen im Projekt „Azubis leiten einen OP“ unter professioneller Begleitung besondere Verantwortung.

Gleichzeitig wurde ein Fokus auf die persönliche und pädagogische Begleitung gelegt, Die Zahl der Lehrkräfte ist in den vergangenen Jahren von zehn auf rund 30 gestiegen. Zwei Schulsozialarbeiterinnen stehen den Auszubildenden bei beruflichen wie persönlichen Herausforderungen zur Seite. Damit gehörte das Bildungszentrum bei der Einführung 2022 zu den Vorreitern unter den Bildungseinrichtungen für Gesundheitsberufe in Schleswig-Holstein.

Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter werden zusätzlich zu Lerncoaches qualifiziert. ERASMUS-Aufenthalte im europäischen Ausland, eine Online-Bibliothek und das Präventionsprogramm „Regio fit for life“ ergänzen das Angebot. Auch auf die zunehmende sprachliche Vielfalt stellt sich das Bildungszentrum ein und qualifiziert Pädagoginnen und Pädagogen im Bereich Deutsch als Fremdsprache weiter.

„Eine gute Ausbildung wird nicht erst bei einer Prüfung am Ende sichtbar. Sie zeigt sich jeden Tag darin, wie wir jungen Menschen Wissen vermitteln, sie ernst nehmen, Schwierigkeiten früh erkennen und ihnen zutrauen, Verantwortung zu übernehmen“, sagt Melanie Tulke. „Uns ist es wichtig, dass unsere Auszubildenden fachlich sicher und mit Selbstvertrauen in ihren Beruf starten“. 

Gesundheitscampus Ossenpadd: Medizin für die gesamte Region

Ein weiteres Thema des Austauschs war die Zukunft der Regio Kliniken. Mit dem geplanten Gesundheitscampus am Ossenpadd in Pinneberg werden die heutigen Krankenhausstandorte Elmshorn und Pinneberg perspektivisch in einem hochmodernen Zentralklinikum zusammengeführt.

Dabei ist klar: Die Regio Kliniken bleiben ein starker Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb für alle Städte und Gemeinden im Kreis. Der neue Gesundheitscampus schafft die Voraussetzungen für eine moderne, leistungsfähige Krankenhausversorgung, in der medizinische Fachbereiche enger zusammenarbeiten und spezialisierte Angebote gebündelt werden können.

„Der neue Gesundheitscampus Ossenpadd und unser Bildungszentrum gehören für uns unmittelbar zusammen“, betont Nicole Molzen. „Hier entsteht ein Ort, an dem vieles zusammenkommt: moderne Arbeitsplätze, eine starke Infrastruktur und kurze Wege. Das sind richtig gute Voraussetzungen für eine moderne Aus- und Weiterbildung. Eine gute Versorgung steht und fällt aber mit den Menschen, die hier arbeiten. Deshalb ist es uns wichtig, selbst auszubilden, junge Menschen zu fördern, sie auf ihrem Weg zu begleiten und ihnen eine echte Perspektive hier in der Region zu geben.“ 

Sachse: „Ausbildung schafft Zukunft für die Region“ 

Oberbürgermeister Erik Sachse zeigte sich beeindruckt von der Bandbreite des Bildungszentrums: „Die Regio Kliniken gehören seit vielen Jahren zu Elmshorn. Insbesondere die Pflege wird künftig zunehmend eine gesellschaftlich relevante Stellung einnehmen. Neben einer guten Ausbildung müssen wir daher auch vor Ort eine kontinuierliche Fort- und Weiterbildung sicherstellen. Aus meinen bisherigen beruflichen Erfahrungen weiß ich, dass Auszubildende, die sich bewusst für den Pflegeberuf entschieden haben, in der Regel auch langfristig in diesem Berufsfeld bleiben. Neben den sicherlich bestehenden Herausforderungen und Rahmenbedingungen gibt dieser Beruf den Pflegekräften auch viel zurück- insbesondere durch die tägliche Arbeit mit und für Menschen. Umso wichtiger ist es, die Pflege vor Ort nachhaltig zu stärken, gute berufliche Perspektiven zu schaffen und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Beschäftigten zu fördern.

Auch Birte Glißmann hob die Bedeutung einer starken Ausbildung hervor: „Der Fachkräftebedarf im Gesundheitswesen ist eine der großen Herausforderungen der kommenden Jahre, auch vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung. Es ist beeindruckend zu sehen, wie es Regio im Bildungszentrum gelingt, Auszubildende für die unterschiedlichen Ausbildungsberufe zu gewinnen und durch eine hohe Eigenverantwortung und einen starken Praxisbezug zu motivieren. Damit werden Fachkräfte für die Regio Klinken, aber auch für viele andere Arbeitgeber, insbesondere Pflegeeinrichtungen aus- und fortgebildet.“