Birte Glißmann
#kurSHalten

Dorfliebe: Vertrauen beginnt mit Zuhören

Dialogabend in Klein Offenseth-Sparrieshoop zeigt große Bereitschaft, die eigene Gemeinde mitzugestalten

Über Demokratie zu sprechen heißt auch, über Radwege, die Grundschule und die freiwillige Feuerwehr zu sprechen. Wie eng politische Fragen mit dem Alltag der Menschen verbunden sind, zeigte die Veranstaltung „Dorfliebe – Politik persönlich nehmen“ am 24. September im Gasthaus Rosenhof in Klein Offenseth-Sparrieshoop. Auf Einladung der Hermann Ehlers Akademie und der Konrad-Adenauer-Stiftung kamen Bürgerinnen und Bürger mit Birte Glißmann, Petra Gebhardt und Justus Schmitt ins Gespräch. Durch den Abend führte Dr. Richard Nägler, Geschäftsführer der Hermann Ehlers Akademie.

Die Themen reichten von den Radwegen in der Gemeinde über die Dorfchronik und die freiwillige Feuerwehr bis zur örtlichen Gastronomie. Auch die Grundschule, die Ganztagsschule und die damit verbundenen Kosten für die Gemeinde beschäftigten die Teilnehmenden. Hinter diesen Anliegen stand eine gemeinsame Frage: Wie lässt sich das Leben vor Ort gemeinsam gut gestalten?

Wer bei solchen Gesprächen vor allem Frust, Wut oder Unbehagen erwartet, konnte an diesem Abend einen anderen Eindruck gewinnen. Viele Teilnehmende berichteten positiv über das Zusammenleben in ihrer Gemeinde. Deutlich wurde eine hohe Bereitschaft, sich einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und an Lösungen mitzuwirken. Den Menschen liegt ihr Ort am Herzen – und sie wollen seine Zukunft mitgestalten.

Gerade deshalb erwies sich der persönliche Austausch als wertvoll. Er machte Erfahrungen sichtbar, schuf Raum für Rückfragen und brachte unterschiedliche Perspektiven zusammen. Die Gespräche zeigten, wie viel Wissen und Engagement in einer Dorfgemeinschaft vorhanden sind und wie wichtig es ist, dass Politik dafür ansprechbar bleibt.

Für politische Verantwortung vor Ort ergibt sich daraus ein klarer Anspruch: zuhören, Zusagen einhalten und nachvollziehbar erklären, was möglich ist und wo Grenzen liegen. Unrealistische Erwartungen helfen ebenso wenig wie Versprechen, die sich später nicht erfüllen lassen. Vertrauen entsteht durch Verlässlichkeit und eine transparente Kommunikation über Entscheidungen, Zuständigkeiten und finanzielle Spielräume.

Der Abend im Rosenhof machte deutlich, wie ein demokratisches Miteinander gelingen kann, in dem konkrete Anliegen und gemeinsame Lösungen im Mittelpunkt stehen. „Politik persönlich nehmen“ bedeutet dabei, die Menschen mit ihren Erfahrungen ernst zu nehmen und ihre Bereitschaft zur Mitgestaltung aufzugreifen. Genau dafür schaffen die Hermann Ehlers Akademie und die Konrad-Adenauer-Stiftung mit der Dorfliebe-Tour Raum: für Begegnungen, die Verständnis fördern, Beteiligung ermöglichen und Vertrauen wachsen lassen.